Vitamin B12: Ein unerlΓ€sslicher NΓ€hrstoff fΓΌr gute Gesundheit
Von Sally Fallon und Dr. Mary G. Enig
German Translation by Erich Studerus
Einer der wichtigsten NΓ€hrstoffe, die wir aus tierischen Nahrungsmitteln beziehen, ist Vitamin B12. Dieses Vitamin ist auch das grΓΆsste bekannte BiomolekΓΌl und der einzige NΓ€hrstoff mit einer stabilen Kohlenstoff-Metall-Verbindung. Ein Kobalt-MolekΓΌl liegt im Zentrum von jedem B12-MolekΓΌl, welches die ungefΓ€hre (und erfurchtgebietende!) Formel 64H84-90N14O13-14PCo besitzt. Isoliertes B12 ist eine kristalline Verbindung, die aufgrund des darin vorhandenen Kobalts eine hellrote Farbe aufweist. Ein Fachmann bezeichnete B12 deshalb als “diese roten Tropfen, die traurige Herzen aufmuntern und schwache Herzen stΓ€rken”.1
Vitamin B12 ist zusammen mit FolsΓ€ure an vielen KΓΆrperprozessen beteiligt, inklusive der Herstellung von DNA, roten BlutkΓΆrperchen und der Isolierschicht (Myelin), welche Nervenzellen umgibt und die Weiterleitung von Signalen im Nervensystem erleichtert. Eine schwerer Mangel zeigt sich als perniziΓΆse AnΓ€mie, eine Krankheit, die bis zur Entdeckung von Vitamin B12 in der Leber jeweils tΓΆdlich verlief. Aber lange bevor die AnΓ€mie beginnt, kΓΆnnen sich andere ZustΓ€nde zeigen, meistens neurologische Probleme (GefΓΌhllosigkeit, Empfindungen von “Ameisenlaufen”, ein brennendes GefΓΌhl in den FΓΌssen, Zittern, MuskelschwΓ€che, SchlafstΓΆrungen, GedΓ€chtnisverlust, irrationale Γngste, BeeintrΓ€chtigung mentaler Funktionen und Alzheimer) oder psychologische Zustandsbilder (Demenz, Depression, Psychose und ZwangsstΓΆrung). PrΓ€sident Kennedy soll einst gesagt haben, er wΓ€re ohne Injektionen von B12 nie PrΓ€sident geworden.2
Absorption
Die Absorption von Vitamin B12 ist ein komplexer Prozess, der in vielen Punkten Problemen unterworfen ist.
B12 von tierischen Nahrungsmitteln betritt den Magen als Teil von tierischen Proteinen und muss zuerst durch Pepsin und SalzsΓ€ure aufgeschlossen werden. Freies B12 lagert sich dann an R-Proteine an, welche von Speichel- und Parietalzellen (die gleichen Zellen, die SalzsΓ€ure ausscheiden) freigesetzt werden. Um effizient absorbiert zu werden, muss sich B12 an ein Protein (intrinsischer Faktor genannt) anheften, welches ebenfalls im Magen gebildet wird. Dies kann nur dann geschehen, wenn die R-Protein-Komplexe durch Pankreas-Enzyme im DΓΌnndarm aufgespaltet wurden. B12 bindet sich dann mit dem intrinsischen Faktor und bewegt sich durch den Darm fort zum unterem Abschnitt des DΓΌnndarms, wo sich der intrinsische Faktor-B12-Komplex an Zellrezeptoren bindet. FΓΌr diesen Vorgang wird Kalzium benΓΆtigt.
MΓ€ngel an Pepsin, SalzsΓ€ure, R-Protein, Pankreasenzyme, intrinsischer Faktor, Kalzium und Zellrezeptoren kΓΆnnen deshalb alle zu einem B12-Mangel fΓΌhren, indem sie die B12-Aufnahme blockieren. Wenn Vitamin-B12 im Blut angelangt ist, binden sich Transportproteine an B12 und bringen es zu den Zellen. Innerhalb der Zellen befreien Enzyme das B12 vom Protein-Komplex und wandeln es in seine zwei Koenzym-Formen um, Methylcobalamin und Adenosylcobalamin. MΓ€ngel der beiden Enzyme kΓΆnnen diese Umwandlung blockieren.
Weil der Absorptionsprozess so kompliziert und infolgedessen vielen Blockierungen unterworfen sein kann, entwickeln viele Leute β besonders Γ€ltere β B12-MΓ€ngel, obwohl sie mit ihrer Nahrung reichlich Vitamin B12 zufΓΌhren. GlΓΌcklicherweise nimmt der KΓΆrper ca. 1-5 Prozent des freien Vitamin B12 durch einen passiven Diffusionsprozess auf. Die Supplementierung von hohen Dosen kristallinem B12 oder das Essen von Nahrungsmitteln, die extrem reich an Vitamin B12 sind, kΓΆnnen deshalb erfolgreich Defizite beheben, die durch eingeschrΓ€nkte Proteinverdauung oder Mangel an R-Protein, Intrinsicher Faktor oder Pankreas-Enzyme verursacht sind. Eine Supplementierung mit den Koenzym-Formen Methylcobolamin und Adenosylcobolamin (die Formen, die in den Zellen vorgefunden werden) kΓΆnnen B12-MΓ€ngel in den Zellen ΓΌberwinden, die durch MΓ€ngel oder Fehlfunktionen von Konversionsenzymen verursacht werden.
Vegetarier
B12 wird fast ausschliesslich in tierischen Nahrungsmitteln, wie Leber, Nieren, Fleisch, Fisch, Muscheln, Milchprodukten und Eiern gefunden. Die ursprΓΌngliche Quelle von B12 in der Natur sind jedoch Bakterien. Sie sind die einzigen Lebewesen, die fΓ€hig sind, dieses Vitamin herzustellen. Bei Menschen und Tieren produzieren diese Bakterien B12 im Darm. Wenn ΓΌberhaupt, so wird aber nur ganz wenig durch die Darmwand aufgenommen. Wir mΓΌssen deshalb unser B12 durch tierische Nahrungsmitteln beziehen. Zweischalige Weichtiere, wie Muscheln und Austern enthalten sehr viel B12, weil sie grosse Mengen von Vitamin B12 produzierenden Mikroorganismen aus dem Meer abschΓΆpfen.3
Bei der Produktion von B12-ErgΓ€nzungsmittel sind Γ€hnliche Fermentationsprozesse beteiligt, wie bei der Produktion von Penicillin und anderen Antibiotika.
WΓ€hrend Eier B12 enthalten, finden sich in ihnen interessanterweise auch Substanzen, die die Absorption blockieren4, eine Tatsache, die nur noch Milchprodukte als gute Quelle von B12 fΓΌr Vegetarier ΓΌbrig lΓ€sst. Einige Studien weisen darauf hin, dass B12 von Milch besser absorbiert wird als von Fleisch.5 Eine Quelle deutet jedoch darauf hin, dass B12 in der Milch durch Erhitzen zerstΓΆrt wird.6 Analysen von B12 in pasteurisierter Milch fanden nur einen Verlust von 10%. Die Pasteurisierung der Milch deformiert jedoch Milchproteine, die bei der Aufnahme von B12 helfen.7
Interessanterweise behaupten einige Quellen, dass die Fermentierung von Milch zu Yoghurt den B12 Gehalt verringert8, obwohl auf Nahrungsmitteltabellen bei kommerzieller Milch und Yoghurt Γ€hnliche Werte aufgefΓΌhrt sind.
Das Vitamin B12 MolekΓΌl widersteht Temperaturen ΓΌber den Siedepunkt hinaus, sofern es nicht einem basischen Mittel ausgesetzt ist. Das MolekΓΌl zerfΓ€llt bei 250Β° C. B12 wird deshalb an der OberflΓ€che von gegrilltem Fleisch zerstΓΆrt, jedoch nicht im Innern. Acht Prozent des B12 von Leber, wird durch 5-minΓΌtiges Kochen zerstΓΆrt.9 B12 wird deshalb am besten erhalten, wenn Steaks sanft geschmort und gekocht werden.
Bis vor kurzem wurde in der vegetarischen und veganischen Literatur behauptet, dass bestimmte pflanzliche Nahrungsmittel B12 liefern wΓΌrden β Meeresalgen, fermentierte Sojabohnen, Spirulina und sogar ungewaschenes GemΓΌse, das durch Mist gedΓΌngt wurde. BefΓΌrworter des Vegetarismus wiesen auf die Einwohner Indiens hin, welche keine B12-Mangel-Symtome zu zeigen scheinen, obwohl sie nur sehr wenig tierische Nahrungsmittel essen. Dennoch hat schon 1974 eine amerikanische Studie herausgefunden, dass 92% der Vegetarier, 64% der Lacto-Vegetarier, 47% der Ovo-Lacto-Vegetarier und 20% der Halb-Vegetarier Blutspiegel haben, die unter dem Normalwert sind, d.h. unterhalb des unteren Bereichs, welcher den Beginn von perniziΓΆser AnΓ€mie markiert.10
Heutzutage wird in der meisten vegetarischen Literatur vor der realen MΓΆglichkeit eines B12-Mangels gewarnt und eine regelmΓ€ssige ErgΓ€nzung empfohlen. Wir wissen nun, dass in der tropischen, ΓΌberwiegend vegetarischen ErnΓ€hrung Indiens Exkremente und Teile von Insekten in gelagertem Getreide und HΓΌlsenfrΓΌchten eine Quelle von B12 war.11 Diese waren bis zum Aufkommen moderner Sterilisations- und Lagertechniken ein unvermeidbarer Bestandteil von traditioneller Nahrung heisser Klimata. Pflanzliche Nahrungsmittel, die als Quellen von B12 bezeichnet wurden, enthalten B12-Analoga (Kobamide genannt) β Substanzen, die die Aufnahme von echtem B12 blockieren und den kΓΆrperlichen Bedarf dieses NΓ€hrstoffs erhΓΆhen.12 Eine ΓΌberraschende Quelle von Kobamiden ist eine bakterielle Γberbesiedlung im DΓΌnndarm, welche B12-Analoga produzieren kann.13 Der Gebrauch von Antibiotika oder eine ErnΓ€hrung, die reich an raffinierten Kohlenhydraten ist, kann eine bakterielle Γberbesiedlung begΓΌnstigen und zu einem B12-Mangel fΓΌhren.
Auch Multivitamin-Produkte geben Grund zur Sorge! Der spΓ€te Victor Herbert, ein bekannter B12-Forscher vertrat die Meinung, dass viele Multivitaminprodukte kΓΌnstliche und sogar gefΓ€hrliche Analoga von B12 enthalten wΓΌrden. Diese entstehen mΓΆglicherweise durch die Interaktion mit anderen NΓ€hrstoffen, wie z.B. Vitamin C, Eisen und Kupfer.14
Hohe Spiegel von FolsΓ€ure kΓΆnnen bei Personen mit B12-Mangel neuropsychiatrische Komplikationen verstΓ€rken.15 Da die Einnahme von FolsΓ€ure bei Vegetariern tendenziell hoch ist (durch grΓΌnes GemΓΌse und Getreideprodukte, die mit FolsΓ€ure angereichert sind), sind diejenigen, die einen vegetarischen Lebensstil pflegen, mΓΆglicherweise einem grΓΆsseren Risiko neurologischer und psychologischer Probleme ausgesetzt.
Der KΓΆrper speichert betrΓ€chtliche Mengen B12 in der Leber. Deshalb kann es 5-10 Jahre dauern, bis Mangelsymptome infolge einer vegetarischen ErnΓ€hrung (oder Absorptionsproblemen) auftreten. Interessanterweise kann der KΓΆrper ΓΌber 75% des B12, das er verbraucht, wiederverwerten.16 Gebrauchtes B12 wird durch die Galle ausgeschieden und dann im DΓΌnndarm durch den gleichen komplexen Vorgang, der weiter oben beschrieben wurde, wieder aufgenommen. Einige Leute haben ein effizienteres Wiederverwertungssystem als andere und kΓΆnnen deshalb lΓ€nger eine vegetarische ErnΓ€hrung befolgen, ohne Mangelsymptome zu entwickeln. Bei einer hohen Ballaststoffzufuhr β und dies trifft bei vegetarischer ErnΓ€hrung gewΓΆhnlich zu β wird jedoch mehr B12 ausgeschieden.17
Eine veganische oder vegetarische ErnΓ€hrung stellt fΓΌr wachsende Kinder eine echte Gefahr dar, da ihre B12 Speicher sehr tief sind, besonders wenn ihre MΓΌtter wΓ€hrend der Schwangerschaft und Stillzeit tierische Nahrungsmittel gemieden haben. In der Literatur finden sich zahlreiche Fallberichte, in denen schwere AnΓ€mien, dramatische WachstumsverzΓΆgerungen, Unruhe und VerzΓΆgerung in der Aneignung von motorischen Fertigkeiten bei Kindern mit B12-Mangel aus vegetarischen Familien beschrieben sind.
In einer kΓΌrzlich durchgefΓΌhrten Studie haben Forscher die kognitive Entwicklung von 72 Kindern untersucht, die mindestens bis zum Alter von sechs Jahren keine tierischen Nahrungsmittel, spΓ€ter dann Milchprodukte und Eier gegessen hatten. Verglichen mit Kindern, die wΓ€hrend ihres ganzen Lebens eine normale Mischkost (inklusive Fleisch) gegessen hatten, schnitten sie in diversen kognitiven Tests wesentlich schlechter ab β so etwa in Tests zur Messung rΓ€umlicher FΓ€higkeiten, KurzzeitgedΓ€chtnis und flΓΌssiger Intelligenz (FΓ€higkeit komplexe Probleme zu lΓΆsen, abstraktes Denken und LernfΓ€higkeit).18
Die Messung von B12-Mangel
Die amerikanische Γrzteschaft definiert Blutspiegel unter 200pg/ml als eine Indikation fΓΌr B12-Mangel. Ein solch niedriger Blutspiegel geht in der Regel mit schweren Mangelsymptomen, der sog. perniziΓΆsen AnΓ€mie einher.
Im Gegensatz dazu wird die untere Grenze in Japan und in einigen europΓ€ischen LΓ€ndern bei 500-550 pg/ml angesetzt, ein Blutspiegel, der mit psychologischen und verhaltensmΓ€ssigen Manifestationen wie Demenz und GedΓ€chtnisschwund verbunden ist. Γrzte dieser LΓ€nder betrachten Blutspiegel von 500-1300 als normal.19
GemΓ€ss Dr. John Dommisse, ein Experte in Sachen B12-Mangel, erklΓ€rt sich die im Vergleich zu den USA niedrigere Alzheimer-Demenz Rate in Japan dadurch, dass hΓΆhere B12-Spiegel als Norm definiert sind und psychiatrische Symptome rascher mit B12 behandelt werden.20
Sogar mit dem sehr tiefen Grenzwert, der zur Zeit fΓΌr eine Risikoschwelle gehalten wird, sind viele Amerikaner mangelhaft versorgt. In der laufenden Framingham Offspring Studie, an der 3000 MΓ€nner und Frauen aus der Stadt Framingham, Massachusetts, beteiligt sind, fanden Forscher, dass 39% der Leute einen B12-Spiegel aufwiesen, der im sog “tiefen Normalbereich” liegt. Das ist unterhalb von 258.21 HΓ€tten die Forscher den optimalen Bereich bei 1100-1300 angesetzt, hΓ€tte man nur wenige als ausreichend versorgt bezeichnen kΓΆnnen.
Eines der ΓΌberraschendsten Ergebnisse dieser Studie war die Tatsache, dass die jΓΌngste Gruppe (26-49 Jahre alt) ungefΓ€hr den gleichen B12-Status hatte, wie die Γ€lteste Gruppe (65 und Γ€lter), ein Anzeichen, dass MΓ€ngel hΓ€ufiger werden.
PerniziΓΆse AnΓ€mie
PerniziΓΆse (d.h. “tΓΆdliche”) AnΓ€mie tritt auf, wenn eine Person kein B12 aufnehmen kann, weil ihr der intrinsische Faktor fehlt. Die hΓ€ufigste zugrundeliegende Ursache einer perniziΓΆsen AnΓ€mie ist eine Autoimmun-Reaktion, die die Magenzellen attackiert und zerstΓΆrt, welche den intrinsischen Faktor produzieren. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch unreife, abnormal grosse rote BlutkΓΆrperchen (Makrocyten), die Sauerstoff schlecht transportieren, sowie durch weisse BlutkΓΆrperchen mit abnormalen Zellkernen.
FrΓΌhe Symptome der perniziΓΆsen AnΓ€mie beinhalten BlΓ€sse, SchwΓ€che und MΓΌdigkeit. Schwere perniziΓΆse AnΓ€mie verursacht Kurzatmigkeit, Schwindel und ein schneller Herzschlag.
Diejenigen, die an perniziΓΆser AnΓ€mie leiden, brauchen sehr hohe Mengen B12, um den Mangel an intrinsischem Faktor zu ΓΌberwinden. Die traditionelle Behandlung war ein Pfund Kalbsleber pro Tag, welche fast 200 Microgramm B12 liefert. Heute verabreichen Γrzte Injektionen oder NahrungsergΓ€nzungsmittel mit noch hΓΆheren Dosen.
Symptome des Alterns
B12 Mangel imitiert viele Merkmale des hohen Alters β Ataxie (zittrige Bewegungen, schwankender Gang), MuskelschwΓ€che, SpastizitΓ€t, Inkontinenz, langsame Reaktion, GedΓ€chtnisschwund, Orientierungslosigkeit, Depression und Verwirrtheit, dies alles kann bei niedrigem B12-Spiegel auftreten.
Ob die Alzheimer-Erkrankung ein Zustand eines B12-Mangels darstellt, ist Gegenstand einer grΓΆsseren Debatte unter Γrzten. Eine faszinierende Studie ΓΌber eine Familie in Wales hat kΓΌrzlich ΓΌberzeugende Hinweise geliefert, dass B12-Mangel und Alzheimer miteinander verbunden sind.22
Forscher bewerteten Familienmitglieder mit einer genetischen Veranlagung, an Alzheimer zu erkranken. Sie fanden heraus, dass 4 von 6 Familienmitgliedern (67%) mit bestΓ€tigter Alzheimererkrankung aussergewΓΆhnlich tiefe Vitamin B12-Spiegel hatten, wΓ€hrend nur gerade einer von 12 an Alzheimer erkrankte, die das gleiche genetische Risiko hatten, aber keine tiefen B12-Spiegel aufwiesen. Die Forscher spekulierten, dass ein Vitamin B12-Mangel zu beeintrΓ€chtigten Methylierungs-Reaktionen im zentralen Nervensystem (ein charakteristisches Merkmal von Alzheimer) gefΓΌhrt haben kΓΆnnte, sowie, dass die genetische Veranlagung zu Alzheimer mit einer genetischen BeeintrΓ€chtigung der B12-Aufnahme verbunden sein kΓΆnnte.
Forscher fanden einen B12-Mangel bei 3-42 Prozent der Leute, die 65 oder Γ€lter sind. In einer neuen Studie ΓΌber geriatrische Patienten hatten 43 Prozent Spiegel, die tiefer als 295pmol/L waren.23 WΓΌrden hΓΆhere Grenzwerte angesetzt, so wΓΌrden wahrscheinlich die meisten Γ€lteren Leute als unterversorgt gelten.
Die heutige medizinische Praxis ist auf Cholesterin als den Marker guter Gesundheit fixiert. Sie verwendet teure, lebenslΓ€ngliche Medikamente und fade DiΓ€ten um die Cholesterinwerte so tief als mΓΆglich runterzubringen, eine Vorgehensweise die unsΓ€gliches Leid fΓΌr Millionen und unserem medizinischen System eine riesige finanzielle Last aufgebΓΌrdet hat. Wie viel angemessener und kostengΓΌnstiger wΓ€re es, jedermann, der das Alter von 50 Jahren erreicht, auf B12 zu testen. FΓΌr ein Bruchteil der Kosten, kΓΆnnte das hohe Alter in eine Periode von Ruhe und Zufriedenheit umgewandelt werden, anstatt in eine von herzzerbrechendem Leid fΓΌr die Γlteren und ihre Familien.
Die Forschung zeigt ein enormes Potential von B12 zur Umkehrung von mentalem Abbau im Alter. In einer Studie hatten 61 Prozent der Patienten mit mentaler BeeintrΓ€chtigung eine komplette Erholung durch B12-Supplementierung. Die Forscher spekulierten, dass diejenigen, die sich nicht erholt haben, zu lange an einem Mangel gelitten hatten, so dass irreversible SchΓ€den am Nervensystem entstanden.24 Eine Supplementierung fΓΌhrt zu geringen Verbesserungen bei denen, die eine voll ausgebrochene Alzheimer-Erkrankung wΓ€hrend lΓ€nger als 6 Monaten hatten.25 Eine routinemΓ€ssige frΓΌhe Testung von B12 hΓ€tte deshalb das Potential, den mentalen Abbau bei einem grossen Teil der Γ€lteren Leute zu verhindern. Zum Zeitpunkt, wo Alzheimer eindeutig diagnostiziert wird, ist es mΓΆglicherweise schon zu spΓ€t, als dass eine Supplementierung noch effektiv wΓ€re.
Herzkrankheiten
Es war Dr. Kilmer McCully, der einen hohen Homocystein-Spiegel im Blut als einen Marker fΓΌr Herzkrankheiten aufgedeckt hat. Homocystein wird im KΓΆrper aus Methionin durch einen Prozess hergestellt, der durch FolsΓ€ure, B6 und B12 blockiert werden kann. Hohe Homocystein-Spiegel kΓΆnnen zu einer Verengung der Arterien fΓΌhren, was fΓΌr einen VorlΓ€ufer der Arteriosklerose gehalten wird. Forscher in Taiwan berichten nun, dass eine Homocystein-induzierte GefΓ€ssverengung durch eine Supplementierung von FolsΓ€ure, B6 und B12 verhindert werden kann.26 Ironischerweise haben der amerikanische Herzverband und RegierungsbehΓΆrden B12-reiche Nahrungsmittel wie Leber und Rohmilch (was auch eine gute Quelle von B6 ist) verteufelt.
Krebs
Da B12 hilft, die durch Strahlung und Oxidierung beschΓ€digte DNS zu reparieren, spielt es eine Rolle beim Schutz gegen Krebs. In Humanstudien sind tiefe B12-Spiegel mit GebΓ€rmutterhals-27 und Brustkrebs28 assoziiert.
Die Forschungsergebnisse zu B12 und Krebs sind jedoch widersprΓΌchlich. In einer Studie waren hohe B12-Spiegel mit einem dreifach erhΓΆhten Risiko verbunden, an Prostata-Krebs zu erkranken.29
Eine ErklΓ€rung fΓΌr diese Ungleichheiten liegt darin begrΓΌndet, dass Krebszellen Rezeptoren entwickeln, die es ihnen erlauben, grosse Mengen B12 aufzunehmen. TatsΓ€chlich suchen Forscher nach Krebsmedikamenten, die B12 mit Zellgiften wie z.B. Stickoxid verbinden. In der Tumorzelle wird die Stickoxid-Komponente des Medikaments freigesetzt, was zu zellulΓ€ren Ereignissen fΓΌhrt, die einen programmierten Zelltod bewirken.30
Dennoch wurde in einer neuen Studie gezeigt, dass Injektionen von hohen Dosen Methylcobalamin ungiftig waren und das Tumorwachstum bei MΓ€usen, die B12-mangelernΓ€hrt waren, unterdrΓΌckte.31
Ganzheitliche Γrzte berichteten zudem von guten Resultaten bei der Behandlung von Krebspatienten mit B12. Dr. Max Gerson, der Krebspatienten im Endstadium mit aussergewΓΆhnlichem Erfolg behandelte, gab seinen Patienten Leber-Injektionen, oft kombiniert mit zusΓ€tzlichem B12.32
Neurologische Krankheiten
Eine Krankheit, bei der ein Zusammenhang mit B12 offensichtlich scheint, ist Multiple Sklerose (MS). Charakteristisch fΓΌr MS ist ein Abbau von Myelin (fetthaltige UmhΓΌllungen der Nervenzellen). Obwohl viele Studien gezeigt haben, dass MS-Patienten normale B12-Spiegel haben, fanden japanische Forscher, dass bei MS-Patienten die FΓ€higkeit, Vitamin B12 zu binden, reduziert ist.33 Der Transport von B12 in die Zellen wird somit trotz normalen Blutspiegeln behindert. Durch eine Zufuhr von hohen Dosen B12 konnten die Forscher allerdings eine gewisse Verbesserung erzielen.
Der Nutzen von B12 in der Behandlung von Depressionen kΓΆnnte darauf beruhen, dass B12 die FΓ€higkeit besitzt, eine Substanz namens Tetrahydrobiopterin (BH4) zu aktivieren, welche ihrerseits “WohlfΓΌhl”-Botenstoffe wie Serotonin und Dopamin aktiviert.34
Γberraschenderweise hat sich B12 auch in der Behandlung von diabetischer Neuropathie erfolgreich gezeigt, mΓΆglicherweise weil eine Diabetes-Erkrankung den B12-Stoffwechsel stΓΆrt. 35
Wiederholte epileptische AnfΓ€lle kΓΆnnten eine Manifestation von B12-Mangel sein. In einer Studie wurden bei Leuten, die unter epileptischen AnfΓ€llen litten, niedrige B12-Spiegel gefunden. 36
Andere neurologische Probleme, die mit B12-Mangel assoziiert sind, sind Urin-Inkontinenz37 und MigrΓ€ne38. In einer Fallstudie zur Behandlung von GesichtslΓ€hmung (Bellβs Palsy) funktionierte B12 besser als die standardmΓ€ssige Steroid-Behandlung39. In einer anderen Fallstudie wird von einer erfolgreichen Anwendung von B12 bei orthostatischem Tremor berichtet.40
Fruchtbarkeit
B12 spielt eine entscheidende Rolle in der Zellteilung. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich ein B12-Mangel in einer niedrigen Spermienzahl manifestieren kann. Hohe Dosen sind der SchlΓΌssel zu einer erfolgreichen Behandlung. In einer Studie wurde tΓ€glich 1000mcg Vitamin B12 an MΓ€nner abgegeben, die eine Spermienanzahl von weniger als 20 Millionen hatten. 27% der MΓ€nner konnten dadurch ihre Spermienanzahl auf ΓΌber 100 Millionen steigern.41 In einer anderen Studie wurde tΓ€glich 6000mcg abgegeben. 57% der MΓ€nner mit niedriger Spermienzahl zeigten eine Verbesserung.42
Da eine perniziΓΆse AnΓ€mie oft zu Unfruchtbarkeit fΓΌhrt, kann eine ErgΓ€nzung mit B12 in gewissen FΓ€llen einer Frau zur EmpfΓ€ngnis verhelfen. Traditionelle Kulturen betrachteten Nahrungsmittel, die viel B12 enthalten, als wichtig fΓΌr die Fruchtbarkeit. B12 spielt eine SchlΓΌsselrolle in der Entwicklung von neuem Gewebe. Frauen, die mangelhaft versorgt sind, kΓΆnnen deshalb keinen Eisprung bekommen, oder ein befruchtetes Ei kann sich nicht entwickeln, was zu einer Fehlgeburt fΓΌhrt. In einer Fallstudie wurde berichtet, dass eine Frau sieben Fehlgeburten erlitt, bevor sie entdeckte, dass ein B12-Mangel vorlag. Nachdem das Problem behoben wurde, brachte sie 3 Kinder zur Welt.43
Andere Krankheiten:
- Die AktivitΓ€t von Osteoblasten (Knochenmutterzellen) hΓ€ngt von B12 ab. Der Stoffwechsel der Knochen wird durch einen B12-Mangel beeintrΓ€chtigt.44 Niedrige B12-Werte sind mit Osteoporose assoziiert45, und B12-ErgΓ€nzungsmittel kΓΆnnen helfen, die Knochen zu remineralisieren.46
- Ein B12-Mangel zeigt sich in 10-35 Prozent von Patienten, die auf HIV positiv getestet wurden. Dies wird auf verschiedene Faktoren zurΓΌckgefΓΌhrt: Niedrige Zufuhr, verminderte Absorption und erhΓΆhter Verbrauch durch bestimmte Medikamente, wie z.B. AZT. B12-MΓ€ngel verschlimmern die neurologischen Symptome von AIDS. Interessant ist die Tatsache, dass B12 die Vermehrung des HIV-Virus stΓΆrt. Eine ErgΓ€nzung mit B12 kann deshalb sowohl als Therapie gegen die Virenvermehrung als auch als Therapie gegen die ΓΌblichen AIDS-Symptome dienen.47
- B12 hat sich in der Behandlung von Asthma als wirkungsvoll gezeigt, insbesondere in FΓ€llen, in denen die Asthma auf einer Sulphit-Empfindlichkeit beruhte.48
- Von Forschern aus Deutschland wurde berichtet, Vitamin B12 als Teil der Behandlung bei zahlreichen Hautkrankheiten erfolgreich eingesetzt zu haben, so z.B. bei Nesselfieber, Seborrhoe, Dermatitis, Ekzeme, GΓΌrtelrose und Lupus.49 Ein Artikel in einer Fachzeitschrift beschreibt eine erfolgreiche Behandlung bei Schuppenflechte.50 Sehr hohe Dosen waren nΓΆtig β 30 Injektionen mit jeweils 1000mcg. B12 wurde sowohl bei Hypopigmentation (Vitiligo) als auch bei Hyperpigmentation eingesetzt.51
- Die KohlenhydratstΓΆrung bei Diabetes kann auf einen B12-Mangel hinweisen. B12 wurde als nΓΌtzliche Begleittherapie bei Diabetikern angewendet.52
- Die Russen nahmen bei der Verwendung von B12 in der Behandlung von grΓΌnem Star eine Pionierrolle ein. In einer Gruppe von 46 Leuten, die tΓ€glich 100mcg B12 erhielten, wurden bei der HΓ€lfte der Leute Verbesserungen beobachtet.53 Ein japanischer Arzt fand, dass B12-Injektionen verschiedene Sehprobleme verbessern.54
- Taubheit ist mit B12-Mangel assoziiert. B12-ErgΓ€nzungen waren bei der Behandlung von Tinnitus und lΓ€rmbedingten HΓΆrverlusten von Nutzen.55
- B12-MΓ€ngel bei schwangeren Frauen wurden als Faktor bei der Entstehung von Neuralrohrdefekten, wie die Spina Bifida, genannt.56 Dies gibt Anlass zu echter Sorge bzgl. Antibabypillen, welche B12 im KΓΆrper entleeren.57 Frauen, die die Antibabypille genommen haben, sollten ihren B12-Spiegel testen und soweit notwendig B12 ergΓ€nzen, bevor sie schwanger werden.
- B12 kΓΆnnte fΓΌr die Immunantwort notwendig sein.58 Niedrige Spiegel sind mit beeintrΓ€chtigter ImmunitΓ€t und hΓΆherem Infektionsrisiko assoziiert.59
- Schimmelpilzgifte stΓΆren die B12-Funktion. Dies erklΓ€rt, warum Reaktionen auf Schimmelpilze hΓ€ufig mit neurologischen Problemen einhergehen.60 Pestizide und Chemikalien erschΓΆpfen die B12-Reserven des KΓΆrpers. Umgekehrt kΓΆnnen hohe Dosen B12 vor diesen Fremdgiften schΓΌtzen.61
- B12-Injektionen waren bei der Behandlung von viraler Hepatitis von Nutzen.62
- Schliesslich kann eine Behandlung mit B12 bei SchlafstΓΆrungen helfen, da dieser NΓ€hrstoff bei der Bildung von Melatonin beteiligt ist.63
Eine Ausnahme von der Regel
Auf unseren Seiten haben wir immer wieder geraten, Vitamine eher aus der Nahrung (inkl. “Supernahrung”) als ΓΌber NahrungsergΓ€nzungsmittel zu beziehen. Ein guter Grund, NahrungsergΓ€nzungsmittel zu meiden, leitet sich von Forschungsergebnissen ab, die darauf hinweisen, dass diese die B12-Aufnahme stΓΆren und somit B12-Mangelsymptome verschlimmern kΓΆnnen. Unter UmstΓ€nden verursachen sie sogar die Bildung von B12-Analoga, welche den kΓΆrperlichen Bedarf an B12 erhΓΆhen.
Im Bezug auf B12 selbst ist es jedoch oft notwendig und angemessen, dieses in isolierter Form zu ergΓ€nzen. Die vielen Faktoren unseres modernen Lebensstils, welche die komplizierten Aufnahmewege dieses wichtigen NΓ€hrstoffs blockieren kΓΆnnen β von NΓ€hrstoffmΓ€ngeln ΓΌber Belastung mit Giften aus industriell gefertigter Nahrung, welche die MagensΓ€ure reduzieren, bis hin zu Autoimmunerkrankungen und Enzymdefekten β erschweren es, ausreichende Mengen ΓΌber eine gewΓΆhnliche ErnΓ€hrung zu erhalten. Da Vitamin B12 NahrungsergΓ€nzungsmittel exakt gleich produziert werden wie in der Natur, nΓ€mlich durch bakterielle Fermentierung, ist die Gefahr von hohen Dosen in den meisten FΓ€llen vernachlΓ€ssigbar.
B12-ErgΓ€nzungsmittel haben das Potential, das Leben eines Grossteils der BevΓΆlkerung βnicht nur der Γ€lteren Leute – zu verbessern. RegelmΓ€ssig Tests und ErgΓ€nzungen je nach Notwenigkeit sind ein wichtiger Schritt fΓΌr den Γbergang von einer modernen ErnΓ€hrung hin zu einer nΓ€hrstoffdichten, traditionellen ErnΓ€hrung, welche nach einer oder zwei Generationen keine ErgΓ€nzungsmittel mehr nΓΆtig hat.
Zeichen von B12-Mangel
Vermindertes Wachstum/Entwicklung bei Kleinkindern
EntzΓΌndete Zunge
Vorzeitige graue Haare
GestΓΆrter Kohlenhydratstoffwechsel
MΓΌdigkeit
SchwΓ€che
Gewichtsverlust
Verstopfung
Unfruchtbarkeit
Sehprobleme
HΓΆrverlust und Tinnitus
Taubheit und Prickeln in den HΓ€nden und FΓΌssen
Alkoholismus
Impotenz
Inkontinenz
Hyperpigmentierung und Hypopigmentierung
(dunkle und helle Flecken auf der Haut)
Neuralgie, Neuritis und Bursitis
AnΓ€mie, inkl. perniziΓΆse AnΓ€mie
Degeneration der WirbelsΓ€ule
Schuppenflechte und andere Hautprobleme
Degeneration des Gehirns
Schlaflosigkeit
Irrationale und chronische Γngste
GewalttΓ€tiges Verhalten
GleichgewichtsstΓΆrungen / abnormer Gang
Jegliche emotionalen StΓΆrungen inkl. Geisteskrankheiten
AbklΓ€rung eines B12-Mangels
Der erste Schritt bei der AbklΓ€rung eines B12-Mangels ist eine Untersuchung des B12-Spiegels im Blut. Viele Γrzte glauben jedoch, dass der Blutspiegel ein unzuverlΓ€ssiger Indikator fΓΌr B12-Mangel darstellt und dass der Spiegel von B12 in den Geweben trotzdem ziemlich niedrig sein kann, auch wenn der Blutspiegel normal ist. Sie empfehlen deshalb zusΓ€tzlich zu testen, ob Homocystein und MethylmalonsΓ€ure erhΓΆht sind. Diese Stoffe sind VorlΓ€ufer von Stoffwechselreaktionen, die von B12 kontrolliert werden. Da Homocystein aus verschiedenen GrΓΌnden erhΓΆht sein kann (FolsΓ€uremangel, B6-Mangel, NierenfunktionsstΓΆrungen, SchilddrΓΌsenunterfunktion und bestimmte genetische Defekte), betrachten Γrzte erhΓΆhte MethylmalonsΓ€urewerte fΓΌr den zuverlΓ€ssigeren Indikator eines B12-Mangels.
Ein weiterer Test ist der Schilling-Test, bei dem eine winzige Dosis von radioaktiv markiertem B12 ΓΌber den Mund zugefΓΌhrt und die aufgenommene Menge gemessen wird. Wenn B12 nur dann aufgenommen wird, wenn gleichzeitig der intrinsische Faktor verabreicht wird, ist die Diagnose einer perniziΓΆsen AnΓ€mie bestΓ€tigt.
Weil die Testung so kompliziert ist, keine Einigkeit ΓΌber normale Werte besteht und der Absorptionsprozess in vielen Punkten gestΓΆrt sein kann, sind viele Γrzte zum Schluss gekommen, dass der einzig Weg, einen subtilen B12-Mangel im Blut besonders bei Γ€lteren Leuten auszuschliessen, darin besteht, VerΓ€nderungen (insbesondere psychologische) nach B12-Verabreichung zu beobachten und nach Erfahrung die beste Menge zu bestimmen, die ein Patient individuell braucht. Da B12 nicht toxisch ist, ausser vielleicht bei extrem hohen Dosen, stellt der erfahrungsmΓ€ssige Gebrauch von hohen Dosen zur Behandlung von Patienten keine Gefahr dar.
Vermeidung von B12-Mangel
Nehmen Sie eine ausreichende Menge ΓΌber die Nahrung auf. Leber oder Muscheln einmal wΓΆchentlich ist der beste Weg, um eine angemessene Einnahme zu gewΓ€hrleisten.
Vermeiden Sie einen ΓΌbermΓ€ssigen Konsum von Nahrungsmitteln, die die B12-Aufnahme behindern oder den kΓΆrperlichen Bedarf an B12 erhΓΆhen, so z.B. Soja und Spirulina.
Vermeiden Sie magensΓ€ureneutralisierende Medikamente. Medikamente, die die MagensΓ€ure unterdrΓΌcken, wie Tagamet, Zantac und Losec kΓΆnnen zu einem ernsthaften B12-Mangel fΓΌhren. (Koop H. Aliment Pharmacol Ther 1992;6:399-406 [review]; Marcaurd SP et al. Ann Intern Med 1994;120:211-215).
Vermeiden sie Diabetes-Medikamente wie Glucophage welche die B12-Absorption stΓΆren. (Archives Int Med 2002 Feb 25;162:484-85)
Konsumieren Sie reichlich Kalzium. Kalzium ist an der Aufnahme von B12 im unteren DΓΌnndarm beteiligt. Die besten Quellen sind rohe Milchprodukte und KnochenbrΓΌhen. (KnochenbrΓΌhen helfen auch, EntzΓΌndungsvorgΓ€nge im Darm, die Absorptionsprobleme verursachen kΓΆnnen, zu heilen). Dolomit-Pulver kann ebenfalls als Kalzium-Quelle verwendet werden.
Nehmen Sie Kokosfett und konsumieren Sie von MilchsΓ€urebakterien fermentierte Nahrungsmittel: Diese helfen, gegen Krankheitserreger wie Helicobacter Plyori anzukΓ€mpfen, welcher mit B12-Mangel assoziiert ist. Eine Ausrottung dieses Krankheitserregers behebt oftmals B12-MΓ€ngel. (Archives of Internal Medicine, May 8, 2000 160:1349-53)
Meiden Sie Nahrungsmittel, die mit FolsΓ€ure angereichert sind. Die Einnahme von FolsΓ€ure ohne B12 kann Anzeichen eines B12-Mangels in den roten BlutkΓΆrperchen maskieren, schΓΌtzt jedoch nicht vor MΓ€ngel im Nervensystem. FolsΓ€ure und B12 arbeiten zusammen und jedes ErgΓ€nzungsprogramm sollte beide NΓ€hrstoffe beinhalten. (Institute of Medicine. Food and Nutrition Board. Dietary Reference Intakes: Thiamin, riboflavin, niacin, vitamin B6, folate, vitamin B12, pantothenic acid, biotin, and choline. National Academy Press. Washington, DC 1998).
Meiden Sie exzessive Dosen Vitamin C, besonders ΓΌber lΓ€ngere Zeit. Die FΓ€higkeit von Vitamin C, B12 zu zerstΓΆren, wurde von mehreren Forschern beobachten, auch wenn dies von anderen bestritten wird. Kleinere Mengen von natΓΌrlichem Vitamin C sind eine bessere Wahl, als grosse Mengen von synthetischem Vitamin C. (Herbert V and Das KC. Folic acid and vitamin B12. In: Shils ME, Olson JA, Shike M, eds. Modern Nutrition in Health and Disease. 8th ed. PhiladelphiaL Lea & Febiger, 1994:404.)
Rauchen Sie nicht. Zigaretten- und Zigarrenrauch erniedrigen die Vitamin B12-Reserven des KΓΆrpers. (New Eng J Med 1995 Nov 2;333(18):1176-82).
Nehmen Sie zusΓ€tzlich B12 bevor und nach einer Operation. AnΓ€sthesien mit Lachgas (N20) verbrauchen B12, eine Tatsache, die viele postoperative Depressionen erklΓ€ren kΓΆnnte. (Marie RM and others. Arch Neurol 2000 Mar;57(3):380-2).
Meiden Sie Impfungen, die Thimerosol und andere Quecksilber-Verbindungen enthalten. Vitamin B12 wird durch Quecksilber erschΓΆpft. (J Molecular Psychiatry Apr 2004).
Meiden Sie Schimmelpilze in ihrer Umgebung und in Nahrungsmitteln. Schimmelpilzgifte interferieren mit der normalen Funktionsweise von Vitamin B12. (Anyanwi EC and others. Scientific World Journal 2004 Aug;4:736-45).
Nehmen Sie keine empfΓ€ngnisverhΓΌtenden Pillen, welche B12-Reserven erschΓΆpfen kΓΆnnen.
(Henley S. Body Forum 1977 Jan 30;2(7):20; Sutterlin MW and others. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol 2003 Mar 26;107(1):57-61; Lussana F and others. Thromb Res 2003;112(1-2):37-41).
Nehmen Sie B12-ErgΓ€nzungsmittel, wenn Sie eine Krankheit haben, die B12 beintrΓ€chtigen kann, wie z.B. ZΓΆliakie, Morbus Crohn und Γ€hnliche Darmkrankheiten, besonders wenn sie Γ€lter sind und irgendwelche Symptome eines B12-Mangels aufweisen.
B12-ErgΓ€nzung: Injektionen oder Pillen?
B12-Mangel wird standardmΓ€ssig mit Injektionen behandelt. Injektionen befΓΆrdern B12 direkt in die Blutbahn und umgehen so jegliche EngpΓ€sse im komplizierten Absorptionsprozess. Injektionen sind bei extremem Mangel angezeigt, wenn B12-Speicher rasch aufgefΓΌllt werden mΓΌssen. Das Standard-Verfahren sieht eine Verabreichung von 1000mcg tΓ€glich fΓΌr 3 Tage vor, danach einmal wΓΆchentlich fΓΌr einen Monat und schliesslich eine Injektion pro Monat fΓΌr unbegrenzte Zeit.
Injektionen sind jedoch unangenehm und teuer und verlangen regelmΓ€ssige Arztbesuche, es sei denn, der Patient der ist fΓ€hig, sich selbst Injektionen zu verabreichen. Ausser in sehr dringlichen FΓ€llen, werden heutzutage in der Medizin immer mehr orale Supplemente, besonders sublinguale Tabletten, befΓΌrwortet. Fachpersonen raten heute zu einer Menge von 100-250mcg pro Tag als Erhaltungsdosis. Leute mit Absorptionsschwierigkeiten benΓΆtigen mΓΆglicherweise etwa 1000-2000mcg pro Tag. Solche Dosen sind sicher, da keine toxischen Wirkungen von Kobalamin bekannt sind. Diejenigen mit Absorptionsschwierigkeiten werden nur einen Bruchteil der Dosis aufnehmen (ΓΌber eine Diffusion durch die Darmwand), aber Studien weisen darauf hin, dass eine regelmΓ€ssige Einnahme von oralen Supplementen MΓ€ngel bei Leuten mit Absorptionsproblemen beheben. TatsΓ€chlich hat eine kΓΌrzlich durchgefΓΌhrte Studie gezeigt, dass bei der Behebung von niedrigen B12-Spiegel bei perniziΓΆser AnΓ€mie die orale Verabreichung von tΓ€glich 2000 mcg dreimal so effektiv war wie Injektionen. (Journal of the American Geriatrics Society, January 1997 45(1):124).
Dr. John Dommisse empfiehlt Lutschtabletten mit sehr hohen Dosen (2000/2500 mcg), welche tΓ€glich nach einer oder zwei Mahlzeiten genommen werden. Sie sind gleich effektiv wie Injektionen, um Serum B12-Werte im optimalen Bereich zu halten. (www.johndommisse.com/b12.html)
Nasale Gel-Zubereitungen haben sich ebenfalls als wirksam gezeigt, um optimale Serum B12-Spiegel aufrecht zu erhalten, allerdings bleibt diese ErgΓ€nzungsmethode umstritten. Eine andere mΓΆgliche Verabreichungsform, die von Dr. Joseph Mercola empfohlen wird, ist die Aufnahme ΓΌber die Haut, indem B12 mit DMSO vermixt wird. (www.mercola.com/2000/aug27/vitamin_b12_deficiency.htm)
Die am hΓ€ufigsten verwendete Form von B12 in den USA ist Zyanokobalamin. Nur zwei Formen sind jedoch im KΓΆrper wirksam, Methylkobalamin und Adenosylkobalamin. Zyanokobalamin muss im KΓΆrper ΓΌber eine enzymatische Abspaltung von Zyanid-MolekΓΌlen zu Methyl- oder Adenosylkobalamin umgewandelt werden (die Zyanidmenge, die bei diesem Prozess anfΓ€llt, ist sehr klein, kΓΆnnte aber immer noch problematisch sein), wΓ€hrend der KΓΆrper ErgΓ€nzungsmittel mit Methylkobalamin unmittelbar verwerten kann. Methylkobalamin ist die einzige aktive Form von Vitamin B12, die in den USA zur Zeit kommerziell erhΓ€ltlich ist. In einer Studie, in der untersucht wurde, ob B12 die Lebenszeit von MΓ€usen mit Krebs verlΓ€ngern kann, fΓΌhrte Methylkobalamin zu einer signifikanten LebenszeitverlΓ€ngerung, wΓ€hrend Zyanokobalamin keine Wirkung zeigte. (Tsao CS and Myashita K. Pathobiology 1993;61(2):104-8).
Die Patientin, die 6 Monate lang weinte
Aus Nutrition Prescription von Dr. H.L. Newbold
Vor ein paar Jahren wurde eine 66 Jahre alte Frau von ihrer Tochter in meine Praxis gebracht. Die Tochter behauptete, dass ihre Mutter die letzten 6 Monate unkontrolliert geweint hΓ€tte und in letzter Zeit unfΓ€hig geworden sei, ihre Hausarbeit zu verrichten. Sie hatte 5 Γrzte aufgesucht, die sie auf 5 verschiedene Arten behandelt hatten, hauptsΓ€chlich jedoch mit Antidepressiva und Beruhigungsmitteln. Ein Arzt gab ihr Injektionen mit verschiedenen Vitaminen, die aber auch nichts genΓΌtzt hatten.
Trotz eines normalen B12-Spiegels gab ich ihr eine Injektion mit 1000mcg Vitamin B12. Ich sagte mir: Entweder verbessert sich ihr Zustand rasch oder sie braucht Antidepressiva. Falls die Antidepressiva nichts helfen wΓΌrden, brΓ€uchte sie eine Elektrokrampftherapie.
Als sie drei Tage spΓ€ter wieder in meine Praxis kam, ging es ihr bedeutend besser. Sie weinte nicht mehr und berichtete, dass sie sich viel stΓ€rker fΓΌhlen wΓΌrde und das erste Mal seit Monaten die Nacht durchgeschlafen hΓ€tte.
Beim nΓ€chsten Besuch drei Tage spΓ€ter schaute sie glΓΌcklich aus. Sie berichtete, dass sie die Hausarbeit wieder erledigen kΓΆnne.
Bei den folgenden Visiten wurde der Tochter beigebracht, die Injektionen ihrer Mutter zweimal wΓΆchentlich oder ΓΆfters, falls nΓΆtig, zu verabreichen. Als sie nach ein paar Wochen wiederkam, erzΓ€hlte mir diese in die Jahre gekommene Frau, dass sie es jeweils nach 3-4 Tagen fΓΆrmlich spΓΌren kΓΆnne, wie sich ihre B12-Speicher entleeren wΓΌrden und dass sie nach einer Injektion jeweils vΓΆllig wiederhergestellt sei. Zu diesem Zeitpunkt fΓΌhlte sie sich wieder wie vor zehn Jahren und sie war wieder mit zahlreichen Hausarbeiten beschΓ€ftigt, die sie, wie so viele dieser guten deutschen Hausfrauen, sehr genoss.
Sie wurde angewiesen, die Injektionen ΓΆfters zu nehmen. Wenn die Injektionen ihr einen Schub verleihen wΓΌrden, hΓ€tte sie bereits zu lange gewartet.
Diese Frau ist ein gutes Beispiel eines vitaminabhΓ€ngigen Individuums. Ich bin mir sicher, dass wir ihre Serum-Vitamin B12-Spiegel auf eine enorme HΓΆhe gehoben haben. Es wΓ€re eine Geldverschwendung gewesen, sie noch einmal zu testen.
Wahrscheinlich war sie eine von den Leuten, deren Enzymfunktion im Alter immer mehr abnimmt. Diese Patientin konnte jedoch wiederhergestellt werden, indem ihr massive Dosen eines Vitamins verabreicht wurden. Es ist sogar mΓΆglich, dass bestimmte Stoffwechselwege, die normalerweise kein B12 benΓΆtigen, umgeleitet wurden und von diesen gestΓ€rkten Enzymen Gebrauch machten. Auf jeden Fall haben ein paar wenige Injektionen von B12 eine weinende, abgeschlagene alte Frau in eine frΓΆhliche Γ€ltere Hausfrau mit strahlenden Augen verwandelt, die ihre aktive Rolle im Leben wiedergewinnen und ihre restlichen Jahre geniessen konnte.
Um solche Verwandlungen geht es in der Chemie und ErnΓ€hrungslehre.
Vitamin B12 und der Nobelpreis
Die Entdeckung, Beschreibung, Isolation und Synthese von B12 ist ein gutes Beispiel von Wissenschaft in seiner besten Form und resultierte in vier Nobelpreisen, drei in der Chemie und einer in der Medizin.
1934: Whipple (Kalifornien), Minot und Murphy (Massachusetts) gewannen den Nobelpreis der Physiologie und der Medizin fΓΌr die Entdeckung des antiperniziΓΆsen Faktors in Leber.
1964: Dorothy Crowfoot Hodgkin (Oxford) gewann den Nobelpreis der Chemie fΓΌr die Analyse der Kristallstruktur des B12-Kristalls. Er verwendete dafΓΌr eine neuartige RΓΆntgen-Technik.
1965: R.B. Woodward (Harvard), der mit B12 arbeitete, gewann den Nobelpreis der Chemie fΓΌr hervorragende Leistungen in der Kunst der organischen Synthese.
Quellen von Vitamin B12
| Mollusken (Muscheln, Austern etc.), 85 Gramm | 84.1 mcg |
| Rindsleber, ein StΓΌckchen | 49.9 mcg |
| Forellen, wild, 85 Gramm | 5.4 mcg |
| Lachs, 85 Gramm | 4.9 mcg |
| Forellen aus Fischfarm, 85 Gramm | 4.2 mcg |
| Rindsfilet, 85 Gramm | 2.4 mcg |
| Joghurt | 1.4 mcg |
| Milch, eine Tasse | 0.9 mcg |
| Schweinefleisch, gepΓΆkelt, konserviert, 85 Gramm | 0.6 mcg |
| Ei, hartgekocht | 0.6 mcg |
| HΓΌhnerbrust, eine HΓ€lfte | 0.3 mcg |
Vitamin B12 Empfohlene Tagesdosis
| Alter empfohlene | Tagesdosis |
| 0-6 Monate | unbestimmt |
| 7-12 Monate | unbestimmt |
| 1-3 Jahre | 0.9 mcg |
| 4-8 Jahre | 1.2 mcg |
| 9-13 Jahre | 1.8 mcg |
| 14 und Γ€lter | 2.4 mcg |
| Schwangerschaft | 2.6 mcg |
| Stillzeit | 2.8 mcg |
Referenzen
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